Es ist dieses unaufhörliche Pfeifen, Rauschen oder Brummen, das einem den letzten Nerv raubt. Ein Tinnitus ist weit mehr als nur ein Geräusch; er ist ein Eindringling in unsere Ruhe, ein Störfaktor, der sich oft genau dann meldet, wenn wir eigentlich entspannen wollen. Viele Betroffene fühlen sich hilflos, weil sie glauben, ihr Gehör sei irreparabel geschädigt.

​Doch oft liegt das Problem gar nicht im Ohr, sondern um es herum. In meiner Praxis erlebe ich sehr oft, wie eng körperliche Verspannungen, Stress und emotionale Belastung miteinander verknüpft sind.

​Der emotionale Teufelskreis: Stress, Kiefer und Ohr

Der „Aha-Effekt“ für viele unserer Patienten ist die Erkenntnis, dass das Innenohr – der Ort, an dem Schall in Impulse umgewandelt wird – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kiefergelenk liegt. Die Kaumuskulatur ist eine der stärksten Muskelgruppen unseres Körpers.

Was passiert bei Stress?

Wenn wir unter psychischem Druck stehen, verarbeiten wir dies oft unbewusst durch nächtliches Zähneknirschen oder festes Zubeißen am Tag (nicht selten hört man „Da musst du halt die Zähne zusammenbeißen!). Dieser dauerhafte Stress führt zu einer massiven Verkürzung der Faszien im Kiefer- und Nackenbereich. Die Folge: Die Muskeln sind im „Dauerfeuer“, der physische Druck auf das Ohr steigt, und das Pfeifen wird lauter – was wiederum neuen Stress erzeugt. Ein Teufelskreis.

​Wissenschaft trifft Praxis: Die Bestätigung der Forschung

​Was Roland Liebscher-Bracht in seinen Übungen vermittelt, wird durch die moderne Forschung zum sogenannten somatosensorischen Tinnitus eindrucksvoll untermauert:

  • Die neuronale Verschaltung (Schulmedizin):
    Studien (u.a. von Shore et al.) belegen, dass Nerven aus dem Kiefer- und Nackenbereich direkt im Hirnstamm mit den Hörbahnen verknüpft sind. Eine Fehlspannung in der Muskulatur „feuert“ Signale ab, die unser Gehirn fälschlicherweise als Tinnitus interpretiert.
  • Die mechanische Sicht (Liebscher & Bracht):
    Durch muskulär-fasziale Überspannungen im Kiefer- und Nackenbereich entsteht ein physischer Druck auf die Strukturen des Ohres. Das Pfeifen ist ein Warnsignal des Körpers.
  • Die Bestätigung:
    Die aktuelle Forschung zeigt, dass manuelle Interventionen und gezielte Dehnübungen die Intensität des Tinnitus signifikant senken können, da sie die neuronale Fehlsteuerung beruhigen.

​Wege aus dem Spannungsfeld: Die 4-stufige Befreiung

​Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, nutzen wir gezielte Engpassdehnungen. Roland Liebscher-Bracht zeigt in seinem Video eindrucksvoll, wie diese Übungen in den Alltag integriert werden können:

  • Halswirbelsäule:
    Die 4-stufige Dehnung löst die Faszien, die durch einseitige Haltungen und Stress verkürzt sind. Wir dehnen hier in verschiedenen Winkeln, um alle Faserschichten zu erreichen.
  • Kiefer-Entspannung:
    Durch das bewusste Aufdehnen der Kaumuskulatur nehmen wir den mechanischen Druck direkt vom Kiefergelenk.

Die praktischen Übungen dazu findest du im folgenden Video:

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​Gemeinsam zurück zur Stille

​Ein Tinnitus muss nicht dein ständiger Begleiter bleiben. In meiner Praxis unterstütze ich dich dabei, nicht nur die Übungen mit der notwendigen therapeutischen Präzision auszuführen, sondern auch die emotionale Last hinter den Verspannungen zu verstehen und zu lösen.
​Lass uns gemeinsam schauen, wie wir deinem System wieder Ruhe verschaffen können.

Thomas Aust - Liebscher & Bracht Schmerztherapie in Rostock

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Hinweis: Die gezeigten Übungen dienen der Prävention und allgemeinen Gesundheitsförderung. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung bei akuten medizinischen Problemen.

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