Es passiert oft in den banalsten Momenten: Beim Binden der Schuhe, beim Aufheben eines Stifts oder beim schnellen Aufrichten aus dem Gartenstuhl.
Plötzlich durchfährt ein vernichtender, stechender Schmerz den unteren Rücken. Bewegung? Unmöglich. Der Körper verharrt in einer Schutzhaltung.

​Der sogenannte Hexenschuss (Lumbago) ist ein Phänomen, das viele Menschen mindestens einmal im Leben ereilt. Doch was passiert da eigentlich genau?
Ist es ein „Defekt“ im Rücken, wie oft angenommen, oder steckt eine ganz andere Logik dahinter?

​Als Liebscher & Bracht Schmerztherapeuten schauen wir uns diesen Akutzustand aus der Sicht der muskulär-faszialen Zusammenhänge an.

​Die übliche Sichtweise: Ruhe und Schonung?

​Wenn der Hexenschuss einschlägt, ist die Sorge groß. Die klassische Herangehensweise zielt meist auf eine strukturelle Ursache ab: Man vermutet eine Blockade der Wirbelgelenke oder einen Bandscheibenvorfall.
​Die Folge ist häufig der Rat zu absoluter Ruhe, Wärme und der Einnahme von schmerzstillenden sowie muskelentspannenden Medikamenten.
Ziel ist es, die Entzündung zu hemmen und die Muskulatur künstlich zur Ruhe zu bringen.

​Die Ursache aus Liebscher & Bracht Sicht: Ein Warnsignal des Gehirns

​Wir betrachten den Hexenschuss weniger als einen strukturellen Schaden, sondern vielmehr als einen Alarmschmerz.
Um zu verstehen, warum er entsteht, müssen wir einen Blick auf unseren modernen Alltag werfen:

  • Die permanente Verkürzung:
    Durch langes Sitzen im Büro oder im Auto sind unsere Hüftbeuger und die Bauchmuskulatur über Stunden verkürzt.
  • Die Zugkraft im Rücken:
    Diese Verkürzung zieht permanent an der Lendenwirbelsäule. Die Rückenmuskulatur muss ständig dagegenhalten, um uns aufrecht zu halten. Sie arbeitet unter Dauerhochdruck.
  • Die Notbremse:
    Wenn du dich nun ruckartig bewegst, registriert das Gehirn, dass der Druck auf die Bandscheiben ganz schnell zu hoch wird. Um Schlimmeres zu verhindern, schaltet es blitzartig einen massiven Schmerz ein und lässt die Muskulatur extrem kontrahieren – der Rücken blockiert.

​Das bedeutet: Der Hexenschuss ist oft kein Schaden, sondern eine intelligente Schutzreaktion deines Körpers, um deine Bandscheiben vor einer echten Verletzung zu bewahren.

​Akuthilfe: Den Schutzreflex auflösen

​Das Ziel bei einem Hexenschuss ist es nicht, den Schmerz einfach nur zu betäuben, sondern dem Gehirn zu signalisieren: „Es besteht keine Gefahr mehr, du kannst den Schutzreflex lösen.“

​Dafür ist gezielte Bewegung nötig, keine Ruhe.
​Roland Liebscher-Bracht erklärt im folgenden Video die Hintergründe und zeigt die effektivsten Übungen für den Akutfall:

Hier das Video:

 

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Tipp: Gehe bei den Übungen nur so weit, wie der Schmerz noch gut auszuhalten ist, aber dich dennoch herausfordert.

​Vorbeugung: Den „Zug“ rausnehmen

Damit es gar nicht erst zum „Schuss“ kommt, müssen wir die Ursache beseitigen: Die zu hohe Spannung im muskulär-faszialen Gewebe.

  • Hüftbeuger dehnen:
    Regelmäßiges Dehnen der Vorderseite ist der beste Schutz für den unteren Rücken.
  • Bewegungspausen:
    Unterbrechen des langes Sitzens alle 30–60 Minuten.
  • Engpassdehnungen:
    Nutze unsere Übungen, um die Muskeln wieder auf ihre volle Länge zu bringen, damit der Zug auf die Lendenwirbelsäule sinkt.

​Dein Rücken braucht eine individuelle Lösung

​Jeder Körper ist anders, und jeder Hexenschuss hat seine eigene Ursache im individuellen Bewegungsverhalten.
Wenn du akut betroffen bist oder vorbeugen möchtest, unterstütze ich dich in Rostock oder Halle gerne dabei, deine Schmerzursachen zu verstehen und nachhaltig zu lösen.

Thomas Aust - Liebscher & Bracht Schmerztherapie in Rostock

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Thomas Aust

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Als zertifizierter Liebscher & Bracht Schmerztherapeut begleite ich Sie mit Empathie und fachlicher Expertise auf Ihrem Weg aus dem Schmerz. Meine eigene Geschichte vom Schmerzpatienten zum Therapeuten treibt mich täglich an, Ihnen die bestmögliche „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu bieten – präzise, nachhaltig und individuell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten.

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Hinweis: Die gezeigten Übungen dienen der Prävention und allgemeinen Gesundheitsförderung. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung bei akuten medizinischen Problemen.

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