Kennen Sie das? Sie stehen morgens auf, setzen den ersten Fuß auf den Boden – und plötzlich schießt ein stechender Schmerz in Ihre Ferse.

Die ersten Schritte sind besonders unangenehm. Nach einigen Metern wird es meist etwas besser. Doch sobald Sie längere Zeit gesessen oder gelegen haben, beginnt das Ganze von vorn.

Dieser sogenannte Anlaufschmerz ist typisch für Beschwerden im Bereich der Fußsohle und der Ferse. Häufig fällt dabei schnell der Begriff „Fersensporn“. Doch ist wirklich der sichtbare Sporn für die Schmerzen verantwortlich?

Die Antwort ist nicht ganz so einfach.

Was ist ein Fersensporn?

Ein Fersensporn ist eine knöcherne Veränderung am Fersenbein. Er entsteht meist dort, wo Sehnen oder Faszien am Knochen ansetzen.

Beim unteren Fersensporn befindet sich diese Veränderung an der Unterseite des Fersenbeins – im Ansatzbereich der Plantarfaszie. Das ist eine kräftige Gewebeplatte, die sich von der Ferse bis zu den Zehen erstreckt und das Fußgewölbe stabilisiert.

Ein Fersensporn lässt sich im Röntgenbild erkennen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass er auch Schmerzen verursacht. Manche Menschen haben einen deutlich sichtbaren Fersensporn und keinerlei Beschwerden. Umgekehrt können typische Fersenschmerzen auftreten, ohne dass ein knöcherner Sporn nachweisbar ist.

Häufig ist daher nicht allein der Knochenfortsatz das Problem. Entscheidend ist vielmehr, wie stark das umliegende Gewebe belastet oder gereizt ist.

Warum schmerzt die Ferse besonders morgens?

Während Sie schlafen oder längere Zeit sitzen, befindet sich der Fuß meist in einer entspannten Position. Die Strukturen an der Fußsohle werden dabei weniger beansprucht.

Sobald Sie aufstehen, werden die Plantarfaszie und die angrenzenden Bereiche plötzlich wieder belastet. Ist das Gewebe bereits gereizt oder steht es unter einer hohen Zugspannung, können die ersten Schritte einen stechenden Schmerz auslösen.

Nach etwas Bewegung lässt der Schmerz häufig nach. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Ursache verschwunden ist. Nach der nächsten längeren Ruhepause kann derselbe Anlaufschmerz erneut auftreten.

Auch längeres Gehen, Stehen oder sportliche Belastungen können die Beschwerden im Laufe des Tages wieder verstärken.

Die Ferse sollte nicht isoliert betrachtet werden

Unser Fuß ist für vielseitige Bewegung gemacht. Unterschiedliche Untergründe, wechselnde Belastungen und eine große Beweglichkeit der Fuß- und Sprunggelenke gehören grundsätzlich zu seiner natürlichen Funktion.

Der moderne Alltag sieht häufig anders aus:

  • Wir gehen überwiegend auf ebenen und festen Böden.
  • Unsere Füße stecken viele Stunden in Schuhen.
  • Wir sitzen über lange Zeit.
  • Unsere Sprunggelenke nutzen nur einen kleinen Teil ihrer möglichen Bewegungswinkel.
  • Bestimmte Bewegungen werden ständig wiederholt, andere kommen kaum noch vor.

Dadurch können einzelne Muskeln und Faszien dauerhaft stark beansprucht werden. Besonders wichtig ist dabei das Zusammenspiel zwischen Wade, Achillessehne, Ferse und Fußsohle.

Ist beispielsweise die Beweglichkeit im Sprunggelenk eingeschränkt oder steht die Wadenmuskulatur unter hoher Spannung, kann sich die Belastung bis in die Plantarfaszie fortsetzen. Am Ansatz der Faszie unter der Ferse wirken dann bei jedem Schritt erhebliche Kräfte.

Aus diesem Grund betrachte ich bei Fersenschmerzen nicht nur die Stelle, an der der Schmerz auftritt. Ich schaue mir auch die Beweglichkeit des Fußes, das Sprunggelenk, die Fußsohle und die Wadenmuskulatur an.

Drei typische Hinweise auf eine hohe Belastung der Fuß- und Wadenstrukturen

1. Schmerzen bei den ersten Schritten

Die ersten Schritte nach dem Aufstehen oder nach einer längeren Ruhepause sind besonders schmerzhaft. Nach einiger Bewegung lassen die Beschwerden zunächst etwas nach.

2. Feste oder druckempfindliche Waden

Die Wadenmuskulatur fühlt sich häufig hart, gespannt oder empfindlich an. Manchmal besteht zusätzlich das Gefühl, das Sprunggelenk nicht mehr frei bewegen zu können.

3. Deutliches Ziehen in der Fußsohle

Wenn Sie die Zehen in Richtung Schienbein ziehen, spüren Sie eine starke Spannung oder ein unangenehmes Ziehen an der Fußsohle.

Diese Anzeichen können auf eine erhöhte Belastung der beteiligten Strukturen hindeuten. Sie ersetzen jedoch keine medizinische Diagnose.

Welche Behandlungen kommen bei einem Fersensporn infrage?

Bei Fersenschmerzen werden häufig Einlagen, Fersenkissen, entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie oder eine Stoßwellentherapie eingesetzt. Welche Maßnahme sinnvoll ist, hängt von der Ursache, der Dauer und der Intensität der Beschwerden ab.

Einlagen und Fersenkissen können den schmerzenden Bereich vorübergehend entlasten. Medikamente können in bestimmten Fällen dazu beitragen, akute Beschwerden zu reduzieren. Auch weitere medizinische Behandlungen können je nach Befund sinnvoll sein.

Aus meiner Sicht sollte zusätzlich betrachtet werden, wodurch die hohe Belastung der Fußsohle immer wieder entsteht. Wird ausschließlich der schmerzende Bereich entlastet, ohne die Bewegungs- und Spannungsverhältnisse zu berücksichtigen, kann ein wichtiger Teil des Problems unberücksichtigt bleiben.

Genau hier setzt der bewegungsorientierte Ansatz nach Liebscher & Bracht an.

Wie kann der Fuß gezielt unterstützt werden?

Mein Ziel ist es, die beteiligten Strukturen wieder beweglicher zu machen und eine dauerhaft hohe Spannung schrittweise zu reduzieren.

Dafür kombiniere ich – abhängig von Ihrer persönlichen Situation – verschiedene Bausteine:

Osteopressur

Bei der Osteopressur werden gezielt bestimmte Punkte am Körper behandelt. Dadurch soll die muskulär-fasziale Spannung beeinflusst und der wahrgenommene Schmerz reduziert werden.

Engpassdehnungen

Spezielle Übungen beziehen nicht nur die Fußsohle, sondern auch die Wade und das Sprunggelenk ein. Ziel ist es, bislang wenig genutzte Bewegungswinkel wieder schrittweise zugänglich zu machen.

Faszienrollmassage

Mit einer kleinen Faszienrolle kann die Fußsohle langsam und kontrolliert ausgerollt werden. Die Anwendung setzt gezielte Reize im Gewebe und kann die Wahrnehmung sowie die Beweglichkeit des Fußes unterstützen.

Wichtig ist dabei die richtige Dosierung. Eine Übung sollte deutlich spürbar sein, aber stets kontrolliert ausgeführt werden. Ein aggressives Hineindrücken in den Schmerz ist weder notwendig noch sinnvoll.

Übungsvideo: Unterstützung bei Fersen- und Fußsohlenschmerzen

Im folgenden Video erklärt Roland Liebscher-Bracht die Zusammenhänge und zeigt Übungen, mit denen Sie die Fußsohle und die Wadenmuskulatur gezielt einbeziehen können:

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Mehr Informationen

Führen Sie die Übungen langsam und aufmerksam aus. Regelmäßigkeit ist dabei wichtiger als eine besonders hohe Intensität.

Bitte beachten Sie: Nicht jeder Fersenschmerz ist automatisch ein Fersensporn oder eine Plantarfasziitis. Hinter den Beschwerden können unterschiedliche Ursachen stehen.

Lassen Sie neu auftretende, starke oder anhaltende Schmerzen deshalb medizinisch abklären. Das gilt besonders nach einer Verletzung sowie bei deutlicher Schwellung, Rötung, Überwärmung, Taubheitsgefühlen oder wenn Sie den Fuß kaum noch belasten können.

Wieder leichter auftreten

Sie müssen sich nicht dauerhaft damit abfinden, dass bereits der erste Schritt am Morgen zur Belastung wird.

Vielleicht möchten Sie zunächst selbst mit den Übungen beginnen. Vielleicht sind Sie aber auch unsicher, ob Sie die Bewegungen richtig ausführen oder welche Bereiche bei Ihnen besonders stark beteiligt sind.

In einer persönlichen Behandlung schaue ich mir Ihre individuelle Situation genau an. Gemeinsam prüfen wir, wie beweglich Ihre Füße und Sprunggelenke sind, welche Strukturen besonders belastet erscheinen und welche Übungen zu Ihnen passen.

Dabei geht es nicht um eine schnelle Standardlösung. Es geht darum, Zusammenhänge zu erkennen und einen Weg zu finden, den Sie auch im Alltag umsetzen können.

Ich unterstütze Sie persönlich in meinen Praxen in Rostock und Halle. Wenn eine Begleitung vor Ort für Sie nicht möglich ist, können wir auch in einem Online-Termin gemeinsam an der Ausführung geeigneter Übungen arbeiten.

Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass sich Gehen wieder leichter anfühlt.

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*Die beschriebenen Übungen und Anwendungen dienen der Prävention und allgemeinen Gesundheitsförderung. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung bei akuten medizinischen Problemen.*

 

Thomas Aust - Liebscher & Bracht Schmerztherapie in Rostock

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Thomas Aust

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Als zertifizierter Liebscher & Bracht Schmerztherapeut begleite ich Sie mit Empathie und fachlicher Expertise auf Ihrem Weg aus dem Schmerz. Meine eigene Geschichte vom Schmerzpatienten zum Therapeuten treibt mich täglich an, Ihnen die bestmögliche „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu bieten – präzise, nachhaltig und individuell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten.

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Hinweis: Die gezeigten Übungen dienen der Prävention und allgemeinen Gesundheitsförderung. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung bei akuten medizinischen Problemen.

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